Verben
Ein typisches Verb bezeichnet die Durchführung oder Beendigung einer Handlung (laufen, anhalten), einer Beziehung (haben, verlieren) oder eines Zustands (stehen, schmelzen). In Elefen ändern sich die Verben nicht, um grammatische Sachverhalte wie die Zeitform oder den Modus anzuzeigen. Stattdessen werden Adverbien verwendet – insbesondere die drei dem Verb vorangestellten Wörtchen ia, va und ta. Jedes Verb kann unverändert als Substantiv wiederverwendet werden.
Zeiten
Die Zukunft wird durch va (ein Wort französischen Ursprungs) ausgedrückt. Die Vergangenheit – auch Fälle, wo im Deutschen das Perfekt oder Plusquamperfekt verwendet wird – wird mittels ia (aus der Kreolsprache Chabacano) gekennzeichnet. Diese Wörtchen sind spezielle Adverbien, die dem Verb vorausgehen. Die Gegenwart ist unmarkiert:
- Me canta. – Ich singe.
- Me va canta. – Ich werde singen.
- Me ia canta. – Ich habe gesungen / Ich sang / Ich hatte gesungen.
Erzählungen beschreiben oft Ereignisse, die sich in der Vergangenheit (oder einer imaginären Vergangenheit) abspielen oder deren zeitliche Verortung für den Leser keine Rolle spielt. In solchen Fällen kann ia weggelassen werden.
Elefen unterscheidet nicht zwischen perfekter und imperfekter (unvollendeter) Vergangenheit bzw. zwischen Perfekt, Präteritum und Plusquamperfekt (z.B. “ich habe gegessen”, “ich aß”, “ich hatte gegessen”) oder zwischen Futur I und Futur II. Jedoch kann man die zeitliche Abfolge von zwei Handlungen leicht klären, indem man die frühere mittels ja (“schon”, “bereits”) markiert:
- Cuando tu ia encontra nos, nos ia come ja. – Als Sie uns trafen, hatten wir (bereits) gegessen.
- Si tu reveni doman, me va fini ja la labora. – Wenn Sie morgen wiederkommen, werde ich die Arbeit (bereits) beendet haben.
- Sempre cuando me ateni la fini de un capitol, me oblida ja la titulo. – Immer wenn ich das Ende eines Kapitels erreiche, habe ich den Titel (schon) vergessen.
Es gibt noch weitere Möglichkeiten, die zeitliche Abfolge zu klären:
- Me ia come ante aora. – Ich habe schon ( = vor jetzt) gegessen.
- Me ia come plu temprana. – Ich habe früher gegessen.
- Me ia fini come. – Ich habe fertig gegessen / Ich bin mit dem Essen fertig.
- Me va come pronto. – Ich werde bald essen.
- Me comensa come. – Ich beginne zu essen.
- Me va come pos acel. – Ich werde danach essen.
- Me va come plu tarda. – Ich werde später essen.
- Me ia abitua come en la note. – Früher habe ich nachts gegessen.
- Me ia come abitual en la note. – Ich pflegte nachts zu essen.
Elefen hat ein optionales “Irrealis”-Wörtchen ta (haitianischen Ursprungs), das verwendet werden kann, um etwas als unwirklich zu markieren, oder um anzuzeigen, dass etwas bezweifelt oder gewünscht wird oder lediglich eine Möglichkeit darstellt. Ein Satz mit ta drückt eine alternative Realität aus. In Sätzen, die si (“wenn”, “falls”) verwenden, wird ta im Hauptsatz hinzugefügt, während es im “wenn”-Satz normalerweise weggelassen wird – wenn gewünscht, kann man es aber auch dort verwenden. Er kann eine Zukunft andeuten, die weniger wahrscheinlich ist als eine mittels va ausgedrückte Zukunft. Es kann auch eine höfliche Bitte ausdrücken. Es kann in verschiedenen Situationen verwendet werden, in denen andere Sprachen den Konjunktiv oder eine Konditionalis-Form verwenden würden, und entspricht etwa dem deutschen “würde”:
- Si me ta rena la mundo, cada dia ta es la dia prima de primavera. – Wenn ich die Welt regieren würde, wäre jeder Tag der erste Tag des Frühlings.
- Si lo no esiste, on ta debe inventa lo. – Wenn es das nicht gäbe, müsste man es erfinden.
- Si tu canta, me va escuta. – Wenn du singst, werde ich zuhören.
- Si tu va canta, me va escuta. – Wenn du singen wirst, werde ich zuhören.
- Si tu canta, me ta escuta. – Solltest du singst, würde ich zuhören.
- Si tu ta canta, me ta escuta. – Wenn du singen würdest, würde ich zuhören.
- Me duta ce tu ta dise acel. – Ich bezweifle, dass du das sagen würdest.
- Tu ta dona la sal, per favore? – Würdest du mir bitte das Salz reichen?
Normalerweise kann mit jedem Verb nur eines der Wörtchen va, ia und ta verwendet werden. Eine Ausnahme ist ia ta, das den Irrealis der Vergangenheit ausdrückt – eine Sache, die nicht mehr wahr werden kann. Oft entspricht es dem deutschen “hätte”. Ein Beispiel ist ein amüsanter Kommentar von Richard Nixon:
- Me ia ta es un bon pape. – Ich hätte einen guten Papst abgegeben / Ich hätte ein guter Papst sein können.
Anders als im Deutschen behält die indirekte Rede in Elefen die grammatische Form der ursprünglichen Äußerung bei:
- El ia dise ce la sala es fria. = El ia dise: “Oji, la sala es fria.” – Er sagte, das Zimmer sei kalt. = Er sagte: “Das Zimmer ist heute kalt.”
- El ia demanda esce la sala es fria. = El ia demanda: “Esce la sala es fria?” – Sie fragte, ob das Zimmer kalt sei. = Sie fragte: “Ist das Zimmer kalt?”
- El ia pensa ce la sala ia es fria. = El ia pensa: “Ier, la sala ia es fria.” – Er dachte, der Raum sei kalt gewesen. = Er dachte: “Das Zimmer war gestern kalt.”
Imperativ
Der Imperativ – die Befehlsform des Verbs – ist nicht markiert. Er unterscheidet sich von der Gegenwartsform nur dadurch, dass das Subjekt weggelassen wird. Das gemeinte Subjekt ist normalerweise tu oder vos, d.h. die angesprochene Person. Ta oder ta ce kann verwendet werden, wenn das Subjekt explizit benannt werden muss:
- Para! – Halt!
- Pardona me. – Entschuldigung / Bitte entschuldigen Sie mich.
- Toca la tecla de spasio per continua. – Drücken Sie die Leertaste, um fortzufahren.
- Vade a via, per favore! – Bitte gehen Sie weg!
- Ta ce tua rena veni! – Möge dein Reich kommen!
- Ta ce nos dansa! – Lasst uns tanzen! / Tanzen wir!
Verneinung
Verben werden durch das Adverb no verneint, das sowohl dem Verb als auch den Partikeln va, ia und ta vorangeht:
- Me no labora oji, e me no va labora doman. – Ich arbeite heute nicht, und ich werde (auch) morgen nicht arbeiten.
- El no ia pensa ce algun es asi. – Sie dachte nicht, dass jemand hier sei / Sie dachte, es sei niemand hier.
- No traversa la strada sin regarda. – Überquere die Straße nicht ohne hinzusehen.
Partizipien
Ein Partizip ist eine als Adjektiv oder Adverb verwendete Verbform. Verben bilden aktive Partizipien durch Anhängen von -nte und passive Partizipien durch -da. Dies sind Adjektive, deren deutsche Gegenstücke oft die Form “-end” (“Partizip Präsens”) bzw. “ge-…-t” (“Partizip Perfekt”) haben; sie können auch als Adverbien und Substantive verwendet werden. Das aktive Partizip impliziert normalerweise auch eine laufende Handlung, während das passive Partizip nahelegt, dass die Handlung in der Vergangenheit stattgefunden hat:
- Un ruido asustante ia veni de la armario. – Ein schreckenerregendes Geräusch kam aus dem Schrank. (Adjektiv)
- La om creante scultas es amirable. – Der Skulpturen erschaffende Mann ist bewundernswert (Adjektiv; = la om ci crea scultas)
- El ia sta tremante en la porta. – Sie stand zitternd in der Türöffnung. (Adverb)
- Nos ia colie tota de la composantes. – Wir haben alle Bestandteile gesammelt. (Substantiv)
- Per favore, no senta sur la seja rompeda. – Bitte setzen Sie sich nicht auf den kaputten (zerbrochenen) Stuhl. (Adjektiv)
- El ia leje xocada la reporta. – Er las schockiert den Bericht. (Adverb)
- Sua novela va es un bonvendeda. – Sein Roman wird ein Bestseller werden. (Substantiv)
Das aktive Partizip kann ein Objekt haben. Zudem kann es mit dem Verb es kombiniert werden, um die Verlaufsform – ein länger andauerndes Ereignis – auszudrücken:
- Me es lenta asorbente la informa. – Ich bin dabei, die Information langsam aufzunehmen.
- Me no ia disturba tu, car tu ia es laborante. – Ich habe dich nicht gestört, da du am Arbeiten warst.
Aber eine Partizipkonstruktion ist oft unnötig, da es andere Möglichkeiten gibt, diese Bedeutung auszudrücken:
- Me asorbe lenta la informa. – Ich nehme die Information langsam auf.
- Vade a via, me labora. – Geh weg, ich arbeite.
- Me continua come. – Ich esse weiter.
- Me come continual. – Ich esse fortwährend.
- Me come tra la dia intera. – Ich esse den ganzen Tag.
Das passive Partizip kann als Ergänzung zu den Verben es oder deveni verwendet werden, um einen passiven Sachverhalt auszudrücken. Par (“von”, “durch”) leitet den Akteur einer passiv ausgedrückten Handlung ein:
- Esta sala ia es pintida par un bufon. – Dieser Zimmer wurde von einem Witzbold gestrichen.
- La sala deveni pintida. – Das Zimmer wird gerade gestrichen.
- Acel ponte ia es desiniada par un injenior famosa. – Die Brücke da wurde von einer berühmten Ingenieurin / einem berühmten Ingenieur entworfen.
- Lo ia deveni conoseda ce el ia es un om perilosa. – Es wurde bekannt, dass er ein gefährlicher Mann war.
Ein aktiv formulierter Satz mit on oder algun als Subjekt ist oft eine elegante Alternative zu einem passiv formulierten Satz:
- On pinti la sala. – Das Zimmer wird gestrichen.
- On no sabe cuanto persones teme aranias. – Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen Angst vor Spinnen haben.
- Algun ia come lo. – Jemand hat es gegessen / Es wurde von jemandem gegessen.
Das aktive Partizip von es ist esente:
- Esente un bufon, el ia senta sur la seja rompeda. – Da sie ein Clown war, saß sie auf dem kaputten Stuhl.
Transitivität
Ein transitives Verb ist ein Verb, dem direkt eine Substantivgruppe (ein Objekt) folgen kann, ohne dazwischenliegende Präpositionen. Ein intransitives Verb hat kein Objekt. Beispiele:
- Me senta. – Ich sitze. (senta ist intransitiv)
- La patatas coce. – Die Kartoffeln kochen. (coce ist intransitiv)
- El usa un computador. – Sie benutzt einen Computer. (usa ist transitiv)
- Los come bananas. – Sie essen Bananen. (come ist transitiv)
Transitivität ist in Elefen flexibel. Wenn man etwa ein Objekt auf ein intransitives Verb folgen lässt, wird das Verb transitiv. Das Objekt entspricht semantisch dem intransitiven Subjekt, und das Verb bedeutet nun “verursacht (das Objekt) zu …”:
- Me senta la enfantes. – Ich setze die Kinder. (= Me causa ce la enfantes senta)
- Me coce la patatas. – Ich koche die Kartoffeln. (= Me causa ce la patatas coce)
Das Objekt eines transitiven Verbs kann weggelassen werden, wenn es sich aus der Situation oder dem Kontext erschließt:
- El canta un melodia. – Sie singt eine Melodie. > El canta. – Sie singt. (= El canta alga cosa)
Wenn das Objekt und Subjekt eines Verbs identisch sind, kann man ein Reflexivpronomen als Objekt verwenden:
- Me senta me. – Ich setze mich . (= Me deveni sentante)
- La porte abri se. – Die Tür öffnet sich (selbst). (= La porte abri – aber mit Betonung darauf, dass niemand sie zu öffnen scheint; sie öffnet sich von selbst)
Und um ganz klar zu machen, dass ein Verb transitiv verwendet wird, kann man Ausdrücke mit fa oder causa verwenden:
- Me fa ce la enfantes senta. – Ich veranlasse die Kinder zu sitzen. (= Me senta la enfantes)
- Me causa ce la fango adere a mea botas. – Ich bringe den Schlamm dazu, an meinen Stiefeln zu kleben. (= Me adere la fango a mea botas)
In manchen Sprachen kann das Objekt eines transitiven Verbs ein Komplement haben. Elefen verwendet stattdessen andere Konstruktionen:
- Los ia eleje el a presidente. – Sie wählten ihn zum Präsidenten. (Präposition)
- Me ia pinti la casa a blanca. – Ich habe das Haus weiß gestrichen. (Präposition)
- Me ia fa ce el es felis. – Ich habe sie glücklich gemacht. (Gegenstandssatz)
- El ia dise ce me es stupida. – Er nannte mich dumm. (Gegenstandssatz)
Die einzige Ausnahme betrifft das Verb nomi und kann als Apposition betrachtet werden:
- La esplorores ia nomi la rio la Amazon. – Die Entdecker nannten den Fluss Amazonas. (= los ia dona la nom “la Amazon” a la rio)
Verben mit Platzhalter-Subjekt
Jedes finite (d.h. nicht als Substantiv verwendete) Verb in Elefen muss ein Subjekt haben, und sei es auch nur als Platzhalter.
In manchen Sprachen ist es möglich, die Subjekte von Verben, die sich auf das Wetter oder die allgemeine Situation beziehen, wegzulassen. In Elefen wird lo (“es”) verwendet:
- Lo neva. – Es schneit.
- Lo va pluve. – Es wird regnen.
- Lo es tro calda en esta sala. – Es ist zu heiß in diesem Zimmer.
- Lo es bon – Es ist gut.
Dasselbe gilt, wenn das echte Subjekt ein nachfolgender Gegenstandssatz ist. Da dieser erst nach dem Verb kommt, wird lo als Platzhalter-Subjekt verwendet:
- Lo pare ce tu es coreta. – Es scheint, dass Sie Recht haben.
- Lo es importante ce me no oblida esta. – Es ist wichtig, dass ich das nicht vergesse.
Wenn das Verben es ist und wenn als Subjekt ein Pronomen (typischerweise el, lo oder los) gefolgt von einem Relativsatz verwendet wird, kann das eigentliche Subjekt ebenfalls ans Satzende verschoben und durch lo als Platzhalter-Subjekt ersetzen werden:
- Lo es me ci ama Maria. = El ci ama Maria es me. – Ich bin es, der Maria liebt. = Derjenige, der Maria liebt, bin ich.
- Lo es Maria ci me ama. = El ci me ama es Maria. – Es ist Maria, die ich liebe. = Diejenige, die ich liebe, ist Mary.
- Lo es la bal blu cual me ia perde. = Lo cual me ia perde es la bal blu. = La bal blu es lo cual me ia perde. – Es ist der blaue Ball, den ich verloren habe = Was ich verloren habe, ist der blaue Ball. = Der blaue Ball ist (das), was ich verloren habe.
On ave zeigt das Vorhandensein oder die Existenz von etwas an:
- On ave un serpente en la rua. – Da ist eine Schlange auf der Straße.
- On no ave pexes en esta lago. – Es gibt keine Fische in diesem See.
- On ave multe persones asi oji. – Es sind heute viele Menschen hier.
Als Substantive gebrauchte Verben
In Elefen gibt es zwei Möglichkeiten, um Verben als Substantive zu verwenden: den Infinitiv und das Verbalsubstantiv. Beide verwenden das Verb unmodifiziert.
Der Infinitiv führt eine besondere Art von Gegenstandssatz ein, den sogenannten “Infinitivsatz”, dessen Bedeutung der eines durch ce eingeleiteten Teilsatzes entspricht. Der Infinitiv ist in Wirklichkeit immer noch ein Verb, dem Adverbien und ein Objekt folgen können und das durch das vorangestellte Wörtchen no verneint werden kann. Wichtig ist jedoch, dass es weder mit einem Subjekt noch mit die Zeitform oder den Modus ausdrückenden Wörtchen kombiniert werden kann. Diese ergeben sich stattdessen aus dem Kontext.
Meistens wird ein Infinitivsatz als Objekt eines anderen Verbs verwendet. In der Regel haben beide Verben das gleiche Subjekt, aber ihre Subjekte können auch unterschiedlich sein, wenn die Bedeutung dies nahelegt, wie im Beispiel mit proibi come weiter unten:
- Me espera ariva ante tua parti. – Ich hoffe, dass ich ankomme, bevor du aufbrichst.
- Me ia gusta multe escuta oji mea musica. – Ich habe es sehr genossen, meiner Musik heute zuzuhören.
- On pote nunca spele coreta mea nom. – Man kann meinen Namen nie richtig schreiben.
- El teme no velia en la matina. – Er fürchtet, morgens nicht aufzuwachen.
- La empleor proibi come sanduitxes en la ofisia. – Der Arbeitgeber verbietet es, im Büro Sandwiches zu essen.
Oft werden Infinitive auch nach Präpositionen gebraucht – auch hier können sie durch ein vorangestelltes no verneint sowie durch nachgestellte Adverbien und ein Objekt ergänzt werden:
- Me viaja per vide la mundo. – Ich reise, um die Welt zu sehen.
- El ia mori pos nomi sua susedor. – Sie starb, nachdem sie ihren Nachfolger benannt hatte.
- El ia abri la noza par colpa lo forte con un martel. – Er öffnete die Nuss, indem er sie hart mit einem Hammer schlug.
- On no pote pasea tra la mundo sin lasa impresas de pede. – Man kann nicht durch die Welt gehen, ohne Fußabdrücke zu hinterlassen.
Im Gegensatz dazu ist das Verbalsubstantiv einfach ein Substantiv, dem normalerweise la oder ein anderes Artikelwort vorangestellt wird. Es bezeichnet entweder ein Vorkommen des durch das Verb beschriebenen Aktes oder dessen unmittelbares Ergebnis. Es kann durch Adjektive ergänzt werden, aber ein eventuell verwendetes Objekt muss durch eine Präposition (meistens de) eingeleitet werden:
- Sua condui ia es vera xocante. – Sein Verhalten war wirklich schockierend.
- El ia destrui sua labora intera. – Sie zerstörte ihre gesamte Arbeit.
- La valsa e la samba es dansas. – Der Walzer und der Samba sind Tänze.
- Esta va es un ajunta bela a la ragu. – Das wird eine gute Ergänzung zum Eintopf sein.
- Me ia prepara du traduis de la testo. – Ich habe zwei Übersetzungen des Textes vorbereitet.
- Tu ave no comprende de la problemes. – Sie haben kein Verständnis für die Probleme.
- “LFN” es un corti de “Lingua Franca Nova”. – “LFN” ist eine Abkürzung für “Lingua Franca Nova”.
- La universo ia es estrema peti a la momento de sua crea. – Das Universum war zum Zeitpunkt seiner Erschaffung extrem klein.
Bei Verben wie ajunta gibt es kaum einen Unterschied zwischen un ajunta und un ajuntada. Aber la traduida ist der ursprüngliche Text, aus dem la tradui hervorgeht, und un crea ist ein Akt der Erschaffung von un creada. Dies ergibt sich aus der Bedeutung der Objekte der Verben selbst: -da bezieht sich immer auf das Objekt. Bei crea ist der Gegenstand auch das Ergebnis der Handlung; bei tradui hingegen sind Gegenstand und Ergebnis zwei verschiedene Dinge. Bei ein paar Verben wie etwa dansa, bei denen Gegenstand und Handlung dasselbe sind, sagen wir un dansa, nicht un dansada.
Ein Infinitivsatz kann als Subjekt eines Satzes verwendet werden:
- Nada es un eserse gustable. – Schwimmen ist eine angenehme Übung.
- Nada en fango no es un eserse gustable. – Im Schlamm zu schwimmen ist keine angenehme Übung.
- Scrive la novela ia aida el a boni sua stilo. – Das Schreiben des Romans half ihr, ihren Stil zu verbessern.
Allerdings besteht in Texten das Risiko, dass der Leser, wenn ein Infinitivsatz lang ist, das im Infinitiv stehende Verb für eine Aufforderung hält – zumindest bis er zum Hauptverb des Satzes gelangt. Man kann dies vermeiden, indem man den Infinitiv in ein Verbalsubstantiv umwandelt – durch Voranstellen von la oder einem anderen Artikelwort oder durch Verwendung des Plurals:
- La nada en fango no es un eserse gustable. – Das Schwimmen im Schlamm ist keine angenehme Übung.
- La scrive de la novela ia aida el a boni sua stilo. – Das Schreiben des Romans half ihr, ihren Stil zu verbessern.
- Eras es umana, pardonas es divin. – Irren ist menschlich, verzeihen ist göttlich.